Gesagt getan! Also Sachen gepackt den nächsten Flieger gebucht und ab nach Berlin-Schönefeld. Denn von dort aus fliegt die Aeroflot erst nach Moskau und dann nach Tashkent.
Ankunft 04.00Uhr am Morgen. Es ist dunkel, kalt und erstaunlicherweise sehr ruhig. Die Passkontrollen gehen zügig und ohne Schwierigkeiten vonstatten. In der Empfangshalle werde ich wie vereinbart abgeholt.
Gegen Mittag ist dann auch der Letzte erwacht und es scheint die Sonne recht warm in Tashkent. Aber erst mal heißt es, auf das Land einstimmen und das macht man am besten bei einer Stadtrundfahrt mit örtlichem Guide. Nach einigen Moscheen, viel Geschichte und landestypischen Essens kommt der beste Teil dieser Erkundungsfahrt, der Basar.
Nach drei Stunden Fahrt steige ich in 1600 m Höhe aus dem Ural und es ist dunkel, kalt und es SCHNEIT.
Mittlerweile ist Abendbrotzeit und für uns ist eine große Tafel mit einheimischen Salaten vorbereitet. Aber keine Angst danach gibt es noch zwei Gänge und guten russischen Vodka.
Nach dem Abendbrot gab's das erste Briefing, bei dem sich die Guides vorstellten und die Karten der geplanten Abfahrtsrouten, sowie Sicherheitsinstruktionen besprochen wurden. Und es gab die Information, welche für die nächsten Tage die Wichtigste sein sollte. Der Wetterbericht. Und er versprach für den ersten Tag keine Sonnenschein, dafür aber Neuschnee.
Und als ich erwachte und aus meinem Fenster sah, schneite es wie verrückt.
Nach den ersten Berührungen mit dem mittelasiatischen Schnee geht's natürlich erst mal in die Sauna. Man denke aber daran, dass das alles hier etwas russisch ist, also sehr heiß. Aber man kann sich dann bei ein paar Bahnen im Schwimmbad abkühlen und natürlich auch Vodka trinken. Nach dem Abendessen gab's wieder die wichtigste Info. Und sie prognostizierte Sonnenschein und traumhafte Powderlines. Also Finger weg vom Vodka und ab ins Bett.
Nach 10 Minuten Fahrt zum Heliport steht sie nun vor mir. Eine gutgepflegte, frisch lackierte MI8.
Und es nimmt kein Ende. Noch ein Hang und der nächste. Ich denke die ganze Zeit "nun müsste doch der Run gleich vorbei sein und der Hubschrauber auftauchen", aber nein, noch ein Hang und noch einer.
Nachdem wir nun am Heli angekommen sind, ich direkt nach dem Guide, warte ich noch eine viertel Stunde bis auch der letzte wieder da ist. Zeit genug um die gerade wahrgenommenen Eindrücke zu verarbeiten.
Mein Höhenmesser zeigte eine gefahrene Höhendifferenz von knapp 2000m im perfekten Schnee Ende März. Am Ende dieses Tages sollte ich 12.600hm gefahren sein. Da brannten selbst mir die Oberschenkel.
Für die nächsten zwei Tage war schlechtes Wetter angesagt. Also das Schlechtwetterprogramm raus und ab nach Tashkent. Land und Leute kennen lernen und viel Vodka trinken.
Ohne Worte!
Unser letzter Helitag, etwas ruhiger. Der Tag der großen Sprünge. Und ein perfekter Tag in den usbekischen Bergen. Nun ist unser Höhenmeterkonto entgültig überzogen und die Uhr der MI8
Es bestand die Möglichkeit nächsten Tag weiterzufliegen, aber das ist eine Gruppenentscheidung, da der Chopper nach Höhenmetern bezahlt wird und nicht nach Gruppenstärke.
Unser letzter Tag in den Bergen bestand aus Sachen packen und Abschied nehmen: von der Crew, dem Personal und dem guten usbekischen Schnees. Also wieder rein in den Bus und zurück ins Intercontinental. Dort ging dann jeder noch mal seiner Wege, manche zum Sightseeing, manche zum Basar um für die Daheimgebliebenen einen Turban zu kaufen, oder einfach nur zum chillen bei angenehmen 16°C Außentemperatur.
Aber keine Reise endet ohne Feier. Und so sahen wir uns alle zum Abendbrot in einem im klassisch usbekischem Stil ausgestattetem Restaurante wieder. Nach dem guten Essen wurden die Erlebten Eindrücke nochmals ausgetauscht und natürlich Vodka getrunken, bevor es dann früh um 02.30 Uhr zum Flughafen ging und jeder die Rückreise antrat.
Zwanzig Stunden später saß ich dann im Zug kurz vor meinem Heimatbahnhof und hatte immer noch die fetten Lines in meinem Kopf.
Pure Riding
Soulriding...
Matze


